Wie funktioniert Spagyrik?

Als die amerikanischen Wissenschaftler Peter Tompkins und Christopher Bird 1977 ein Buch über das geheime Leben der Pflanzen veröffentlichten, hätte die Biologie eigentlich einen riesigen Quantensprung vollziehen müssen. Sie bewiesen durch damals wirklich bahnbrechende Versuche, indem sie Pflanzen an empfindlichste Messgeräte anschlossen, dass diese eigentlich wie Menschen reagieren, dass sie Gefühle, Erinnerungsvermögen besitzen, dass sie optische und akustische Eindrücke wahrnehmen und selbst zwischen Harmonie und Dissonanz unterscheiden. Pflanzen kennen sogar Angst, so auch Stress und können mit einer regelrechten Apathie darauf reagieren. Dass sie zudem hellsichtig sind, wollte schließlich niemand mehr glauben, obwohl es tatsächlich in wissenschaftlicher Weise bewiesen wurde.

In neuerer Zeit publizierten die italienischen Biologen Stefano Mancuso und Alessandra Viola ein wissenschaftliches Werk über die Intelligenz der Pflanzen. Sie beschäftigen sich vor allem mit der atemberaubenden Kommunikationsfähigkeit letzterer und mit den komplexen Absichten dahinter. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Pflanze als individuelles Element einer sozialen Gemeinschaft. Man merkt den Autoren beim Lesen ganz deutlich an, dass sie sich wahrlich bemühen mussten, die streng wissenschaftliche Betrachtungs- und Darstellungsweise auf keinen Fall zu verlassen, weil die Ergebnisse unverblümt etwas offenbaren, wofür man die Autoren – ausgesprochen, was jeder Leser denkt – in die esoterische Ecke abgeschoben hätte.

Die wahrscheinlich legendärsten Forschungen mit Pflanzen hat sicherlich die private Universität der internationalen autonomen Lebensgemein-schaft Damanhur hervorgebracht. 40 Kilometer nordwestlich von Turin erforscht man dort seit Jahrzehnten das Verhalten und die Intelligenz von Pflanzen. Besucher der Gemeinschaft stehen geradezu Schlange, um die softwaregestützten Experimente mit musizierenden und mit menschlichen Musikern interagierenden Pflanzen live verfolgen zu können.

Den durchschlagendsten Beweis für das hohe Bewusstsein von Pflanzen lieferten Versuche in einem damanhur’schen Gewächshaus. Mehrere Pflanzen wurden dort über eine feinste Elektronik an einen Computer angeschlossen, der die gesamte Steuerung des Gewächshauses vornahm: Wann bewässert wird, wann die Belüftung erhöht werden muss, wann die Verschattung ausgefahren werden muss, usw. Nach einer gewissen Lernzeit, in der die angeschlossenen Pflanzen ihre Potentialität erst begreifen mussten, waren diese dann in der Lage, softwaregestützt das gesamte Gewächshaus selbstversorgend autonom zu steuern. Das klingt wie Sience Fiction, ist aber pure Realität.

Was zeigen uns diese Beispiele? Nun, sie legen dar, dass Pflanzen jedweder Art nicht nur fühlen und kommunizieren, sondern dass sie komplexe Zusammenhänge begreifen, strategisch im Verbund agieren und aber auch, dass sie sich als individuelle Einheit verstehen, also nicht nur eine Bewusstheit, sondern sogar eine Ich-Haftigkeit und damit eine bedingte Form des freien Willens besitzen. Warum bedingt sehen wir später.

Gehen wir noch einen Schritt weiter. Wenn Pflanzen in ihrer Bewusstheit und in ihrem Organisationstalent mit Lebewesen wie dem Menschen sozusagen auf „Augenhöhe“ sind, dann besitzen sie – so wie wir – eine Seele und einen Geist. Der Physiker und Chemiker Dr. Klaus Volkamer hat in Versuchen der Wägetechnik mit hochempfindlichen Geräten bewiesen, dass der Mensch beim Ableben, wenn die Seele (als Elektronennebel) den Körper verlässt, plötzlich ca. 20-50 Gramm Differenz im Körpergewicht aufweist. Und bei Pflanzen die sterben, hat er in Relation genau das gleiche Phänomen messen können; beim Keimen natürlich umgekehrt. Die Beseelung von Pflanzen gilt also als gesichert.

In Seminaren der Spagyrik kommt an dieser Stelle immer die Frage, ob denn Pflanzen auch ein Ego haben. Nein, Gott sei Dank nicht. Sie haben deshalb kein Ego, weil sie eben nur einen bedingt freien Willen haben, einen, der sich dem ureigenen (göttlichen) Auftrag der Pflanzen unterordnet: Harmonie auf Erden zu bewahren.

Diesen Auftrag führten Pflanzen schon aus, bevor der Mensch überhaupt auf der Erde erschienen ist. Die Tierwelt durfte diese Apotheke der Natur bereits seit Anbeginn des irdischen Lebens nutzen.

Gemäß der Signatur jeder einzelnen Pflanze wurde ihr ein ganz bestimmtes Heilvermögen verliehen. Unter Signatur versteht man das Aussehen, die Form, den Charakter, die Eigenschaften, das Verhalten, eine zielgerichtete Intelligenz, die sich in der sicht- und verfolgbaren Ausformung spiegelt. Und über die Signatur ist der Mensch auch in der Lage, körperliche oder psychogene Heilwirkungen zu erkennen, wenngleich man dazu etwas Erfahrung und intuitive Fantasie braucht.

Wenn Tiere in ihrer wunderbaren Apotheke frische Heil-Pflanzen fressen, dann nutzen sie nicht nur die darin enthaltenen ätherischen Öle und besondere Inhaltsstoffe, sondern unmittelbar auch den Geist der Pflanze, den die Pflanze ja nach dem Pflücken erst einmal noch nicht verloren hat. Wenn wir Menschen aber z.B. die Brennessel pflücken und trocknen, stirbt sie und verliert ihren Geist. Was als Heilkraft im später aufgebrühten Brennesseltee übrig bleibt, ist sozusagen die rein stoffliche Information, die zwar immer noch wirkt, aber nicht mit der Wirkkraft des pflanzlichen Geistes vergleichbar ist.

Die Alchemisten aus der Zeit des Paracelsus (1493 – 1541) gaben sich mit den tradierten, aber aus ihrer Sicht doch „geistlosen“ Heilmethoden nie zufrieden. Auf der ruhelosen Suche nach dem Stein der Weisen, einer geistvollen (al-)chemischen Methode, um einen Quantenprung in der Heilkunst zu bewerkstelligen, waren sie Meister im Umgang mit der Wasserdampfdestillation. Und sie experimentierten auch mit vergorenen Pflanzen, bis eines Tages die Spagyrik geboren wurde. Aber Achtung, Spagyrik ist nicht gleich Spagyrik. Spagyrik ist nur ein oberflächlicher Sammelbegriff für eine besondere Form der Pflanzenheilkunde. Es gibt zahlreiche Verfahren, die nicht unterschiedlicher sein könnten.

Die spagyrischen Essenzen, kombiniert oder einzeln – stellten bereits damals alle bekannten Heilmethoden in den Schatten. Nicht nur die Wirkungen auf körperliche Leiden hatten sich um ein Vielfaches potenziert, sondern auch die stark psychogenen Wirkungen – damals sprach man von erleuchtenden Wirkungen – faszinierten die Alchemisten.

Was war geschehen? Wie erklärten sich die Meister der Alchemie diese große Wirkkraft? Es fand ein Transmutationsprozess statt, bei dem alle gereinigten stofflichen Anteile mit dem Geist der Pflanze wieder vereint wurden. Der Geist kam zurück. Die Pflanze ist sozusagen durch Menschenhand in Verbindung mit angewandten kosmischen Gesetzen in flüssiger Form wieder auferstanden und noch vollkommener geworden. Nur so konnte und kann man sich unter Spagyrikern bis heute die hohe Wirkkraft, die die der lebendigen Pflanze bei weitem übertrifft, erklären.

Wer sich intensiv mit Spagyrik beschäftigt, zweifelt nicht eine Sekunde daran, dass man es nicht mit einer wie auch immer gearteten pflanzlichen, chemischen Lösung zu tun hat, sondern diese Flüssigkeiten tatsächlich die Eigenschaften von (mit Menschen interagierenden) Lebewesen haben. Wer das als esoterisch empfindet, dem müsste allerdings auch die gesamte Quantenphysik esoterisch anmuten, denn Elektronen tun nichts anderes; selbst Nobelpreisträger der Physik bezeichnen sie als intelligente Lebewesen.

Wir wissen aber noch immer nicht, wie spagyrische Rezepturen im Organismus Heilungen bewirken, wie die Essenzen Gesundung organisieren.
Jede Pflanze hat – wie jede beseelte Materie auch – ein ganz bestimmtes physikalisches Schwingungsprofil. Je nachdem, ob die Pflanze lebendig, getrocknet, als Phytotherapie oder als geistvolle Spagyrik auf den menschlichen Körper einwirkt, bringt sie nach einer gewissen Zeit menschliche Zellen in Resonanz mit ihrem Schwingungsprofil, wodurch ein Impuls zur Heilung (Gleichgewicht, Harmonie, Blockadenabbau, Energetisierung) übertragen wird. Es kann immer nur ein Impuls sein, die eigentliche Heilung ist immer Selbstheilung, indem der Organismus dem Impuls folgt, sofern keine Verweigerung durch unbewusste gegenläufige Absichten stattfindet. Gemäß der Signatur der verwendeten Pflanze werden ganz bestimmte Zellen oder Körperregionen angesteuert. Und im Rahmen von Mischungen wirkt diese Impulsgebung breitgefächerter, kann allerdings dadurch auch geschwächt werden. Aber der entscheidende Grund, warum Spagyrik um ein vielfaches wirksamer ist, liegt darin, dass der Geist der Pflanzenessenzen den Impuls individuell steuern kann, gemäß dem großen Organisationstalent der grünen Lebewesen.

Doch aufgepasst: Die intelligenten spagyrischen Essenzen folgen nicht nur ihrem originären Auftrag, sondern bereitwillig vielen. Moderne Alchemisten haben großen Spaß daran, spagyrische Essenzen mit bestimmten Begriffen, medizinischen Abkürzungen, chemischen Elementen oder mathematisch-numerologischen Gesetzen zu verbinden. Und es scheint, als wenn auch der Pflanzengeist seine Freude daran hätte: Er folgt diesen Erfindungen, Konzeptionen bedingungslos.

Nur, tut er das wirklich?

Je mehr alchemistische Konzeptionen man in eine Mischung integriert, desto mehr agiert die Mischung algorithmisch. Man ist also grundsätzlich in der Lage, spagyrisch tatsächlich programmierte Heilabläufe zu generieren, ähnlich einem Computerprogramm. Die „Programmiersprache“ will gekonnt und begründet sein, sonst funktioniert das nicht.

Kritiker dieser Form der Spagyrik entgegnen, dass die Pflanzenessenzen niemals dazu in der Lage seien. Und sie haben sogar Recht. Eine besondere Eigenheit von spagyrischen Destillaten ist, dass sie kreative alchemistische Konzeptionen, mit denen sie verbunden werden, wie ein Schwamm aufsaugen. Man könnte profan ausgedrückt auch von Suggestion sprechen. Das Wort Suggestion hat einen billigen Geschmack – jedoch zu Unrecht. Ohne Suggestion würden viele geschätzte alternativmedizinische Verfahren völlig wirkungslos sein. Suggestion startet mit einer festen, emotional verankerten Überzeugung des Suggestors (hier der nach außen auftretende Alchemist). Er nutzt – meist unbewusst – eine Wirkungsebene für seine Suggestion, hier bei uns die Pflanzenessenzen. Die darin enthaltenen Quanten (physikalische Energieeinheiten, Elektronen) reagieren darauf und bemühen sich, in der Ausübung ihrer ihnen zugewiesenen Aufgaben über das morphogenetische Feld diese Überzeugung zu transportieren (= Suggestivität) und an die Suggestibilität der betroffenen heilungserwartenden Person anzudocken. Die Elektronen der Quanten tun das nur, wenn – abgesehen von einer eindeutigen Absicht – auch genügend Emotionalität (Herzenergie) im Spiel ist. Und man braucht wirklich viel davon. All diese Prinzipien hat die Quantenphysik nachweisen können.

Streng genommen könnten wir die Heilung, die eine suggestive Spagyrik organisiert, auch ohne die Pflanzenessenzen schaffen, ja natürlich, theroretisch schon, aber nicht praktisch, weil wir eben aus den Pflanzenwirkungen unsere emotionale Überzeugungskraft gewinnen und ohne die würden sich die Quanten eher gelangweilt zurücklehnen und nichts tun. Insofern behalten die Kritiker Recht, aber die Wirkungen finden trotzdem statt.

Wenn man einmal mit spagyrischen Essenzen unterschiedlicher Hersteller am gleichen Patientenfall mit gleichen Essenzen gearbeitet hat, offenbart sich die Suggestivität von Mischungen unverblümt. Wohlgemerkt von Mischungen! Einzelessenzen haben eine verschwindend geringe Suggestivität.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass je mehr ein Hersteller suggestiv arbeitet – und der Erfolg kann noch so groß sein -, desto schwächer werden seine spagyrischen Einzelessenzen. Es scheint, als würden die Quanten im Bemühen um Unterstützung, um präzise Ausführung der alchemistischen (suggestiven) Konzepte die Energie verbrauchen, die Essenzen zur Ausübung ihres originären Auftrages brauchen.

Aber dem ist nicht so. Je mehr man sich in mit spagyrischen Herstellungsvarianten beschäftigt, desto mehr versteht man, dass suggestive Spagyrik keine besondere Essenzen-Qualität braucht, nun ja eigentlich gar keine, aber was sie unbedingt benötigt: Eine besondere Qualität und Überzeugungskraft der Suggestion, ein System, entworfene Gesetzmäßigkeiten, die sie trägt.

Die entscheidende Frage, die sich allerdings dabei stellt, ist: Will man sich im Rahmen der Energetischen Spagyrik mit der Heilkraft von (legitimer, wirksamer) Suggestion oder dem reinen Pflanzengeist gemäß seiner Signatur beschäftigen? Die Antwort darf, muss sich jeder selbst geben.