Systemische (Struktur-)Aufstellungen

Man hat bei der Durchführung von professionellen Systemischen Aufstellungen über die Jahre immer wieder nach neuen Möglichkeiten gesucht, um Aufstellungen anders zu managen, als eine große Gruppe von (nicht immer bestens geeigneten)Personen ein ganzes Wochenende zu bemühen. Mit Stühlen, Puppen, Tieren usw. ließ sich Erstaunliches aufdecken, aber die mitzuteilende Emotion blieb doch stark auf der Strecke oder war nicht rein genug. Und genau um diese geht es letztendlich. Wer könnte besser Haltungen und Emotionen mitteilen als die allgemein gültigen energetischen Bedeutungen von Pflanzen? Und spagyrische Essenzen vermögen das noch viel besser, weil ihre Aussagekraft mehrfach potenziert ist. Mit den Testphiolen lassen sich überraschend gute Aufstellungen bewerkstelligen und eine Grundlage für die spagyrische Rezeptur schaffen.

Die Attraktivität von systemischen Aufstellungen hatte über die Jahre eine Zeitlang etwas eingebüßt und ist heute jedoch wieder ganz stark im Kommen. Das liegt unter anderem daran, dass es seit Bert Hellinger kaum mehr zählbare Weiterentwicklungen und Verzweigungen gibt, man die strengen, starren Soll-Positionen bei Strukturaufstellungen endlich verlassen und der Neigung zu überbordenden Deutungen seitens der Therapeuten (mit großen Fehlerquellen) einen Riegel vorgeschoben hat. Das Erleben der Struktur durch den Aufsteller steht heute im Vordergrund. Wenn der Transport von Gefühlen und Haltungen der Stellvertreter objektiv gesichert ist, kann jedes Hilfsmittel eingesetzt werden, eben auch spagyrische Testphiolen.
In der Energetischen Spagyrik stehen Pflanzen stellvertretend für ganz bestimmte Haltungen und psychogene Botschaften mit zugehörigen Emotionen. Nutzt man diese bei Aufstellungen, „äußern“ sich die Stellvertreter konkreter und eindeutiger, als es Menschen vermochten.

Das übliche Vorgespräch mit dem Klienten mit Erläuterung der Vorgehensweise, der „Spielregeln“ unterscheidet sich nicht von anderen Aufstellungsarten, muss daher hier nicht eigens thematisiert werden. Ganz wichtig ist, dass das Ziel der Aufstellung ganz eindeutig vom Klienten formuliert wird. Also, dass es dem Klienten einfach besser gehen soll, ist nicht nur kein ausreichendes Ziel, sondern würde die spätere Rezeptur komplett verwässern.

Grundsätzlich kann mit den spagyrischen Testampullen jedes Thema aufgestellt werden und man muss auch nicht zwingend mit Personen arbeiten. Es lassen sich Begriffe wie Erfolg, Glück, Gewinn, Blockade, Geld, Glaubenssatz, Angst, Urvertrauen, Schlüssel usw. aufstellen. Ob man Personen und Begriffe mischt oder nicht, bleibt dem begleitenden Therapeuten überlassen. Das kann außerordentlich sinnvoll sein, wenn eher weniger Personen aber dafür mehr Begrifflichkeiten (d.h. die Haltung des Aufstellers im Leben) eine Rolle spielen, z.B. bei multiplen Entscheidungsfindungen.
Ein ganz besonderer Schwerpunkt der „spagyrischen Aufstellung“ stellen körperliche Leiden dar, die ja in den allermeisten Fällen eine psychogenen Hintergrund haben und damit auch mit Personen energetisch verbunden sind. Man kann also ganz hervorragend erkrankte Organe oder Körperteile (auch nur wandernde Schmerzen) zusammen mit involvierten Stellvertretern von Personen aufstellen. Gerade hier sind die Ergebnisse, die aufgedeckten Zusammenhänge regelrecht verblüffend.
Bei allen paarigen Körperteilen sollte man immer beide aufstellen. Und wo enge physiologische Zusammenhänge bestehen, -z.B. Schilddrüse und Nebennieren – kommen wir zu einem viel besseren Ergebnis, wenn wir beide aufstellen; hier eher das Paar als eine Ampulle.

Es würde nicht ausreichen, wenn man dem Klienten seine Aufstellung auf ein Blatt Papier skizzierte oder abfotografierte und ihm einmal die Pflanzenbedeutungen nennte. Die spagyrische Rezeptur, die der Aufsteller dann bekommt und als Medikament einnimmt, stellt nur einen Teil der Therapie dar. Den ohne Zweifel wichtigeren Part stellt die Bewusstwerdung des systemischen Bildes beim Klienten dar, sie startet den eigentlichen Heilungsprozess. Damit der Aufsteller diesen auch wirklich nachhaltig durchdringen kann, braucht er eine grafische Grundlage, die er mit nach Hause nehmen kann oder im Nachgang per Mail als pdf bekommt, in der die Aufstellung skizziert und mit allen Daten und Informationen versehen ist. Die hier in der Abbildung oben gezeigte Möglichkeit der Fotografie mit eingefügten Informationsfeldern ist ohne Zweifel sehr aufwändig, aber aus Erfahrung auch die wirksamste. Sie geht wesentlich tiefer als eine über Textverarbeitung skizzierte. So hat der Aufsteller über mehrere Tage die Möglichkeit, dieses Bild auf seinen Schreibtisch zu legen und immer wieder einmal einen „emotionalen Blick“ darauf zu werfen. In der Regel tauchen dann ganz neue Perspektiven und Schlussfolgerungen auf, die Klienten mit großer Berührtheit dem Therapeuten auch zügig mitteilen.

Die vom Klienten im Rahmen der Aufstellung gezogenen Pflanzen-Röhrchen mit zugeordneten energetischen (psychogenen) Bedeutungen stehen zwar stellvertretend für die involvierten Personen, für deren Befindlichkeit, stellen aber auch einen eindeutigen Hinweis für den Aufsteller selbst dar. Zieht beispielsweise der Patient für seinen Vater die Thuja occidentalis, kann das bedeuten, dass der Vater mit beiden Beinen im Leben stand, eindeutig Ja zum Leben sagte, der Aufsteller aber immer wieder mit der Sinnhaftigkeit des Lebens hadert und in bestimmten Zeiten sogar über „Fluchtmöglichkeiten“ sinniert. Insofern sind alle aufgestellten Essenzen auch ein Puzzlestück der aktuell gefühlten Problematik des Klienten.
Wie kommt man nun zu einer spagyrischen Rezeptur? In wirklich sehr seltenen Fällen kann man alle gezogenen Pflanzen zu einer einzigen Rezeptur zusammenfügen, ohne mit anderen Pflanzen zu ergänzen oder die eine oder andere zu tauschen. Als allgemeingültige Regel würde dieser Weg sicher nicht zur Heilung führen, weil solche Mischungen zu schwach, die Pflanzen zu viele sein können und auch Phiolen hin und wieder nur diagnostische Hinweise geben. Hier braucht man zugegebener Maßen doch ein vertiefendes Seminar und ein gewisses Maß an neuer Erfahrung. Und in den meisten Fällen reicht eine spagyrische Rezeptur nicht. Allerdings finden sich in der Regel 50% bis 70% der gezogenen Pflanzen in den Rezepturen wieder, d.h. die Auswahl gestaltet sich deutlich leichter.